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und Naſe und das reiche, üppige, ordnungsloſe Haar. Das Ganze hatte etwas bacchantiſch Bezauberndes: ich kann dieſes Geſicht mit keinem bekannten Typus vergleichen, am eheſten erinnerte es an die ſterbende Amazone, zum Theil auch an die berühmte Büſte der Kaiſerin Fauſtina im Capitol zu Rom.
Während ich das beſtrickende, verführeriſche Bild betrachtete, fuhr der Graf fort:
„So ruhig die Abbildung ausſieht, ſo unruhig, launiſch, leidenſchaftlich war das Original. Ich kann nicht ſagen, daß mich jene Untugenden abſtießen; im Gegentheil, ich habe mancherlei Weiber und faſt von allen Nationen Europas kennen gelernt, aber ſo echt weiblich, in gutem wie in ſchlimmem Sinne, fand ich noch keins. Wäre ich ein junger deutſcher Philoſoph, ſo würde ich ſagen, Graziana war für mich das Weib oder, wenn es nicht altmodiſch klänge, das Ideal. Ein Schauſpiel war es von ſüßem Zauber, wenn ſie mit feſter Hand den kleinen Kahn auf die Höhe des Sees lenkte; dann ſang ſie dazu die alt⸗ ruſſiſchen Volksweiſen, jene ſchwermüthigen, herzergei⸗ fenden Lieder, von denen Ihr Deutſchen bei aller Schönheit Eurer Geſänge doch keine Idee habt.
Graziana trug ſich im Gegenſatz zu ihrer Mutter meiſt einfach, aber auch wenn ſie auf den Befehl der


