Teil eines Werkes 
1. Band (1873) Graziana / von Julius Grosse
Entstehung
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den. Auch bin ich eigentlich nicht die Hauptperſon. Es war alſo vor einigen Jahren, als ich meine Stelle in der kaiſerlichen Garde in Petersburg quittirte und auf Reiſen ins Ausland ging. Meine Familie iſt be⸗ gütert in den Oſtſeeprovinzen, und es iſt ein alter Brauch, daß faſt alle Söhne einige Jahre in der ruſ⸗ ſiſchen Armee dienen; nur wenige ſind dauernd dabei geblieben. Genug, ich wandte mich nach Deutſchland und kam da nach mancherlei Kreuz⸗ und Querzügen an den Achenſee in Tirol. Waren Sie ſchon am Achenſee, dieſem zauberhafteſten Winkel, den ich je kennen gelernt? Hohe Felſen in kühnen Formen, in mächtigen Maſſen, man möchte ſagen, etwas theatra⸗ liſch geordnet, dazwiſchen der weite See mit ſeinen tiefblauen Fluten doch ich will Ihnen keine Land⸗ ſchaften ſchildern, das muß man ſelber ſehen, und wer einmal bei der Scholaſtica war, wird dieſe reizenden, ſtillen, behaglichen Tage nie mehr vergeſſen.

Die Geſellſchaft war diesmal ich kannte näm⸗ lich den See ſchon von früheren Reiſen ſehr zahl⸗ reich. Da war zuerſt ein Landsmann von mir, Baron Marder, der ſich mit einer blonden Deutſchen verlobt hatte und dieſe, die ſich in der Pertisau aufhielt, faſt alle Tage beſuchte. Man nannte das Pärchen Hero

und Leander, obwohl der Baron ſehr wenig von einem Groſſe, Offene Wnnden. I. 2