Zweites Kapitel.
Graf Fedor hielt zur angeſetzten Stunde pünktlich Wort. Die Sonne war nach einer Reihe von Regen⸗ tagen wieder in aller Glorie erſchienen und ich hatte deshalb alle Fenſter geöffnet. Gegen zwei Uhr ſah ich einen geſchloſſenen Wagen kommen und vor meiner Wohnung halten. Graf Fedor ſtieg aus und befahl dem Kutſcher, zu warten.
Dieſe Manier fiel mir auf. Welche ſeltſame Ge⸗ ſchichte eines Lebens mußte das ſein, die man in aller Kürze abthun konnte. Den Wagen warten zu laſſen, wie bei einem flüchtigen Krankenbeſuch, das war vor⸗ nehm, aber im gegebenen Falle wirkte es wie eine Enttäuſchung, und dann, um beim Gleichniß zu bleiben, war er doch eigentlich der Kranke und ich der Arzt.
In zwei Minuten trat der Graf in mein Studir⸗ zimmer. Er ſchien heute unbefangener und vertrauens⸗ voller als geſtern und dennoch war ſein Benehmen


