wollen. Später laſſe ich dann die Novelle drucken
und gebe ſie heraus, natürlich unter Ihrem Namen.“ Ich mußte mir Mühe geben, nicht zu lachen. Ein ſolcher Antrag war mir noch niemals gemacht worden. Man beſtellt ſich wohl ein Bild, eine Büſte, auch ein Paar Stiefel oder einen Frack, aber für ſich allein eine Novelle beſtellen, das war neu. Graf Fedor mochte mir meine humoriſtiſche Stim⸗
mung anſehen und fuhr fort:
„Sehen Sie, es liegt in meinem Leben ein ſchwe⸗ res Ereigniß, eine unerhörte Erfahrung, die auf mir laſtet, ein Erlebniß, das ich nicht loswerden, nicht ver⸗ geſſen kann. Vielleicht verſchafft es mir Erleichterung, wenn die Geſchichte zu Papier gebracht iſt. Ich habe mich, wie geſagt, mit der Feder nie abgegeben, ſonſt würde ich mir ſelbſt helfen können. Sie aber haben alle Fähigkeiten, um aus der Sache etwas zu machen. Wollen Sie meinen Antrag annehmen, ſo verpflichten Sie mich zu dauerndem Danke und Ihr Schaden ſoll es nicht ſein.“ 3
„Ich will Ihnen eine offene Antwort geben, Herr Graf“, erwiderte ich.„Sie ſcheinen ſeltſame Vorſtel⸗ lungen von deutſchen Schriftſtellern zu haben. Es iſt zwar immerhin möglich, daß Sie einen Fabrikanten finden, der Ihren Antrag mit beiden Händen anneh⸗


