mir erlauben, einige Fragen an Sie zu ſtellen, bitte aber im voraus, meine Freiheit nicht übel zu deuten.“
Ich muß geſtehen, daß mich dieſe unerwartete Anrede einen Moment überraſchte. Dann vermuthete ich einen Dilettanten vor mir zu haben, der irgend eine Arbeit in der früher von mir redigirten Zeitung unterzubringen wünſchte oder auch ein auf ſeine Koſten gedrucktes Werk beſprochen haben wollte. In der Regel werden ſolche Wünſche mit ähnlichen höflichen Worten eingeleitet, wie ſie jener Fremde an mich rich⸗ tete. Ich hatte dieſe Erfahrung ſchon zu oft gemacht⸗ um nicht zu dieſem Schluſſe zu kommen.
„Ich glaube Ihr Anliegen zu errathen“, erwiderte ich,„aber leider kommen Sie zu ſpät, denn ich bin nicht mehr Redacteur und werde Ihnen daher nicht den Dienſt mehr leiſten können, den Sie vielleicht von mir erwarten.“
Mit kurzen Worten deutete ich ſodann meine Ver⸗
muthung an.
Der Fremde ließ mich geduldig ausreden, dann ſagte er mit aller Ruhe:
„Nein, mein Herr, mit dieſer Annahme ſind Sie durchaus auf falſcher Fährte, ich habe in meinem Leben niemals die Feder geführt. Ich wollte mir nur die Frage erlauben, ob Sie der Verfaſſer jener Novelle


