Teil eines Werkes 
2. Bd. (1871)
Entstehung
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unternehmen, ohne daß man geſtört wird und ausge⸗ kundſchaftet. Man will mir meine Ruhe nicht gönnen!

Geſtört, ausgekundſchaftet wie ſo, alter Freund? Ich gönne Dir Deine Ruhe von Herzen.

Er ſchwieg darauf eine Weile und ich hatte Muße, den ſo unverhofft Wiedergefundenen, Wiedererſtandenen zu betrachten. Alban von Ribbeck war einſt ein hüb⸗ ſcher junger Mann von eleganten Manieren geweſen. Jetzt war ſeine Haltung müde und nachläſſig. Sein Geſicht war lederfarben und ſeine ſchönen ſchwarzen Locken hatten bereits einen grauen Anflug. Dazu kam der ſtruppige lange Bart, den er ſich hatte wachſen laſſen. Und wenn auch ſeine ſonore Stimme ihr altes Metall bewahrt, ſo hatte ſeine ganze Erſcheinung etwas Fremdartiges gewonnen. Es war wie ein Hauch von Trauer über die ganze Geſtalt gebreitet. Die einſt lebensvollen, jugendtrunkenen Augen erſchienen nach innen gekehrt. Und doch war er in dieſem neuen Cha⸗ rakter ſo feſt und in ſich abgeſchloſſen, daß das einſtige Bild des heitern, lebensluſtigen, ſchwärmeriſchen Freun⸗ des ſofort vernichtet war. Alban war bedeutender ge⸗ worden. Natürlich waren dieſe Beobachtungen und Vergleiche nur ſehr flüchtige und ungeduldige. Meine Spannung, den Schlüſſel zu dieſer merkwürdigen Wandlung zu erhalten, war zu groß, um mich den