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ihn, den ich ſeit Jahren als todt betrauert hatte, plötz⸗
lich am Leben zu ſehen. Ich ſtürzte ihm entgegen und wollte ſeine Hand ergreifen. Er aber wich zurück, ohne meine Erregung zu theilen, und begrüßte mich ſteif und förmlich und völlig ſo ohne Ueberraſchung, als wenn
er mich erwartet hätte.
Ich konnte im Moment nicht zu mir kommen und meine Gedanken wirbelten wild durcheinander. Coralh war alſo niemals Wittwe, niemals frei geweſen, oder hatte er ſich von ihr getrennt? Ich wußte nicht, was ich denken ſollte.
„Du biſt alſo wirklich am Leben?“ rief ich.„Welche unerhörte Ueberraſchung, alle Welt betrauerte Dich ſeit Jahren als todt!“
„Ganz recht“, ſagte er,„ſo habe ich es gewollt, und es freut mich, daß man darin Wort gehalten hat. Eigentlich wollte ich nicht wiederkommen nach Europa.“
„Wiederkommen nach Europa? Du warſt alſo in einem fernen Welttheil? Wie iſt das Alles mög⸗ lich, und was werde ich hören müſſen!“
„Ja ſagte er phlegmatiſch und tonlos,„ich war im Kloſter des Berges Karmel, aber es wurde zu
langweilig mit der Zeit, ich wollte doch wieder ein⸗ mal nach meinen Gütern ſehen in aller Stille und dann wieder fort, aber ich ſehe, man kann nichts


