Teil eines Werkes 
2. Bd. (1871)
Entstehung
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G

auf den tiefen Feſtungsgraben, in dem jetzt jener Gar⸗ ten war, theils auf ein Meer von Dächern mit Hohl⸗ ziegeln, auf phantaſtiſche Thürme und Baſtionen.

Dicht vor dem Hauſe am Platze zog ſich ein ſchma⸗ ler Kanal des Fluſſes vorüber, ein Waſſerarm, früher für Gerber und Färber, welche in der Nachbarſchaft gewohnt hatten. Zu Thymian's Hauſe führte eine kleine Brücke über den ſchmalen Kanal, eine Brücke, die der Alterthumsforſcher früher jeden Abend aufge⸗ zogen hatte, bis ihm dies von der Polizei unterſagt worden war. Den Kanal aber zu überwölben, wie die Nachbarn, hatte er ſich ſtandhaft geweigert, und ein Proceß zwiſchen der Commandantur und dem Ma⸗ giſtrat wegen dieſes Anſinnens hatte zu keinem Reſul⸗ tat geführt; ich glaube, der Proceß ſchwebte damals noch ſeit langen Jahren.

Als ich über das Brückchen geſchritten und die Hausglocke gezogen, bffnete mir nach einer Weile der⸗ ſelbe alte Knecht, der mich neulich aus dem Nachbar⸗ hauſe begrüßt hatte. Da Herr von Thymian ge⸗ genwärtig keine Dienſtboten hatte, verſah er einſtwei⸗ len als Aufwärter den Dienſt.

Jemine, rief er freudig überraſcht, als er mich ſah.Sie ſind es, Herr Profeſſor! Iſt das ein Glück, daß Sie kommen! Unſer armes Fräulein, jemine, unſer