gehobenen Kloſters geweſen, und der viereckige ſtarke Thurm, welcher das Grundſtück flankirte, mochte noch ein Reſt der alten Kloſterkirche ſein, deren Raum jetzt ein freier Platz geworden war. Soweit meine Er⸗ fahrungen reichen, pflegen unſere klugen Bürger der Neuzeit keinen Geſchmack an ſolchen alten Gebäuden mit dicken Mauern, kleinen Fenſtern, finſtern Treppen und vielem Winkelwerk zu haben. Trotzdem war das alte Haus, das von außen düſter wie eine Baſtille ausſah, von innen doch höchſt behaglich. Steinerne Treppen, gewölbte Gänge, die Plafonds aus Stuck, die Wände mit allerlei geheimnißvollen Wandſchränken und Verſchalungen; Tapetenthüren, wo man keine ver⸗ muthete, und Fenſter in der Höhe, die im Innern auf unzugängliche dunkle Räume führten, und über Allem ein Hauch der Urzeit, ein Traum verſchwundener Jahr⸗ hunderte, der unwiderſtehlich auf Jeden einwirkte, der dieſe merkwürdigen, unmodernen und doch ſo bequemen Räume einmal beſucht hatte. Wenn ein berühmter Schriftſteller verlangt hat, daß das Familienhaus den Charakter ſeiner Bewohner haben ſolle, ſo war dieſes alte, verräucherte Gebäude ſicher das paſſendſte Symbol eines Alterthumsforſchers, ja ich vermuthe, daß Thy⸗ mian erſt dort auf ſeine Neigungen gekommen war. Von den obern Fenſtern der Wohnung ſah man theils
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