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„Nun mit wem ſonſt als mit Fräulein von Spatenkamp?“
Da ſank mir der Schleier vom Auge. Ich brach in ein lautes Gelächter aus, das ſie anfangs ſtutzig machte, dann aber legte ſie die Hand auf meine Schulter.
„Lachen Sie nicht, lieber Freund— ich ſollte ſagen: armer Freund, denn ich ſehe nun wohl, daß Sie in eine Falle getappt ſind!“ Ich ſtarrte ſie bei dieſen Worten an, denn der Zuſammenhang war mir immer noch dunkel.„So wiſſen Sie wohl nicht“, fuhr ſie fort,„daß dies alte Fräulein dem Präſidenten längſt unbequem iſt und daß ſie der Preis Ihrer Erfolge, vielleicht ſogar die Bedingung Ihrer Erhebung zum Director ſein wird? Hat ſie Ihnen nicht auch ſchon ihren Roman von Caſtellamare erzählt, wo ſie mit einem reichen ſchönen Cavalier ein romantiſches Ver⸗ hältniß angeknüpft hatte? Schon war der Tag zur Hochzeit feſtgeſetzt, als es durch einen reinen Zufall herauskam, daß der Cavalier ein Bartſcherer aus Neapel war. Das iſt die Haupttragödie ihres Lebens, die ſie Jedem erzählt, der ſie hören will. Nun, dies⸗ mal hat ſie es glücklicher getroffen, und da Sie bereits öffentlich mit ihr erſcheinen, muß alle Welt die Sache für abgeſchloſſen anſehen. Die kleine Kröte ſtrahlte ja


