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dem ſtarren Blick konnte dann recht wohl an die hehre Göttin Athene erinnern, die man die Blauäugige und die Ochſenäugige nannte. Ihre breite kurze Naſe hatte zwar etwas Slawiſches, aber ebenfalls höchſt Energiſches und Sinnenfreudiges. Der ausgearbeitete Mund mit den feſten, geſunden Zähnen bewies zwar die Uebung der Redefertigkeit in ungewöhnlichem Grade, aber bei vielen Geiſtlichen nimmt er ja dieſelben Formen an. Man darf wohl überhaupt gegen keine Geſichtsbildung Zuneigung oder Abneigung haben, denn jede iſt das häufig übertriebene Zeugniß der jahrelangen, oft löb⸗ lichen Beſchäftigung. Ich wenigſtens ſuche immer den Widerwillen zu bekämpfen, da ich es für inhuman halte, Menſchen nach Formen zu beurtheilen, die ſie ohne ihre Schuld von Andern überkommen haben. Der Wuchs der kleinen Dame bewies bei vorwiegender Geiſtigkeit eine gewiſſe Abneigung gegen die Fülle, doch hätte der Ausdruck knochig oder mager nur von einer liebloſen Auffaſſung gewählt werden können. Da⸗ zu bot ſich aber hier durchaus keine Veranlaſſung, denn das Fräulein war lieb und gut und erſparte mir die Mühe, viel zu reden oder gar anderer Meinung zu ſein, was ich allerdings wiederholt deutlich ſpürte. Im Verlauf des unvergeßlichen Diners erzählte
ſie mir ihr ganzes Leben, eine Kette von widrigen Er⸗


