Teil eines Werkes 
2. Bd. (1846)
Entstehung
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wir koͤnnen uns ohne Gefahr heirathen, ich biete Ihnen meine Hand wollen Sie mir die Ihrige geben?

Madame Baucis war durch dieſen Antrag keines⸗ wegs ſehr angenehm uͤberraſcht. Sie hatte Muͤhe eine gewiſſe Angſt zu verbergen, welche ihr der Antrag Philemons machte, und antwortete ziemlich gedehnt:

Nun ja, mein Freund, wenn Du durchaus willſt, Du weißt, ich folge Deinen Wuͤnſchen als Be⸗ fehlen.

Durchaus? fragte Philemon etwas aufath⸗ mend,nein, durchaus nothwendig iſt es nicht, Sie haben Ihren freien Willen, Sie koͤnnen mich ausſchla⸗ gen, ich wollte Dir blos zeigen, daß ich meine Pflich⸗ ten kenne.

Nun denn, Herr Bräutigam, antwortete Baucis ſchnell,ich entbinde Sie dieſer Pflichten.

Aber

Kein Aber, fuhr Madame Baucis fort, indem ſie den vor ihr knieenden grauen Seladon auf die Au⸗ gen kuͤßte,antworte mir lieber auf eine Frage nur von den Tauſenden, die ich Dir vorlegen konnte: Haſt Du es vergeſſen, wie Du ein freier Mann mir zu Liebe eine glaͤnzende Verbindung mit einem reizenden Geſchoͤpfe ausgeſchlagen, kannſt Du es ermeſſen, wie glüͤcklich mich dieſes Opfer gemacht hat?

Und Du, antwortete Philemon lebhaft,haſt Du mir nicht ein groͤßeres Opfer gebracht, als wir Beide darbten und der reiche Hauswirth Dir ein Vermögen