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Die beiderſeitigen Fehler ſich zu verzeihen, immer wieder zu verzeihen, ſie geduldig zu ertragen, das Heer von Launen, welchen das menſchliche Herz unterworfen iſt, die Foltern der Eiferſucht, die empfindlichen Kraͤn⸗ kungen des Jähzornes, die Phantasmen der Melan⸗ cholie, die kleinen Bosheiten und das beleidigende Phlegma, Scheltworte und Schmollen, ja vielleicht Thaͤtlichkeiten einer wilden Gemuͤthsart, die Stichelreden der uͤblen Laune, die Vorwuͤrfe undankbarer Stim⸗ mungen, Unrecht und Verkennung aller Art— Alles dies ein ganzes Leben lang nicht blos gleichmuͤthig und fuͤhllos, ſondern mit Liebe zu ertragen, nie zu er⸗ muͤden in der Liebe,— das iſt die ſtaͤrkſte aller Pruͤ⸗ fungen des menſchlichen Herzens. Dieſe Pruͤfungen trennen oft Herzen, die, ſo lange Jugend und Sinn⸗ lichkeit ſie vor Verbitterung bewahrten, mit Demant— feſſeln aneinander gebunden waren, die nur ineinander gelebt und Jahre lang ein Beiſpiel poetiſcher Eintracht und Harmonie der Seelen gegeben hatten.
Auch unſer Liebespaar hatte dieſe Pruͤfungen zu uͤberſtehen. Der Sonnenſchein des Gluͤckes wich von ihnen und der Sommer der Jugend ging vorbei. Aber die Freiheit feſſelte dieſe Herzen ſtaͤrker aneinander, als es der Zwang gethan haben wuͤrde.
Auf den oͤffentlichen Spaziergängen Wiens be⸗ gegnete man einſt häufig einem greiſen Paare, welches mit ſichtbarer, faſt jugendlicher Freude an den oͤffentlichen Vergnügungen Antheil nahm. Der Mann, ein ſchoͤner
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