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cher Excentricitaäͤt— es wird ſeine Epoche haben und es hat— Dank ſei es der hohen Weisheit und Tugend vieler unſerer, in repreſſiven und menſchenfeindlich macchiavelliſtiſchen Maßregeln ſich gefallender Staatsmaͤn⸗ ner— bereits ſeine Epoche begonnen!
„Die ſyſtematiſche Unterdruͤckung des politiſchen Geiſtes— das iſt, aller anderer als individuell⸗eg oi⸗ ſtiſcher Gefuͤhle und Gedanken, hat bereits dieſer Philoſophie die Thore geoͤffnet!
„Die Thoren, ſie ſchwächen das Gemeingefuhl der Menſchen und klagen uͤber die Aufloͤſung der Ge⸗ meinſchaft!“
Dieſe Anſichten waren Philemons Steckenpferd. Die Moraliſten moͤgen ſie pruͤfen, ob ſie richtig ſind. So viel iſt aber gewiß, daß ſie Baucis beruhigten, daß ſie ſelbe zur Erkenntniß brachten, wie entfernt die Liebe von allem Egoismus ſei. Der Alleinbeſitz von Philemons Herzen war ihr einziges Beſtreben. Weit entfernt in Leichtfertigkeit auszuarten, gewohnte ſich Baucis doch daran, mit heiterer Ruhe an das zu denken, was gewoͤhnlichen Weibern das Fuͤrchterlichſte iſt, ja daruͤber mit Philemon mit froͤhlicher Reſigna⸗ tion zu ſcherzen. Und ſeltſam, dieſe Duldſamkeit und Ergebung brachte auf Philemon eine Wirkung hervor, welche allmaͤlig ſeine Sinne beherrſchte, welche ſein Herz und ſeine Sinne ſo ſtimmte, daß er die groͤßte Liebeswonne nur am Buſen ſeiner Baucis fand, deren
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