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einander gefeſſelt und vollkommen frei waren— die Inseparables! Aber die Pruͤfungen ihrer Liebe und Treue dauerten fort und ſie waren oft grauſam. Beide ſahen indeß kuͤhn und entſchloſſen allen Unfällen ent⸗ gegen, ſie fuͤrchteten nur eines, einen Wechſel ihrer ed⸗ leren Gefuͤhle, aber eben dieſe Furcht war es, welche ſie vor dieſem Ungluͤck bewahrte. Indeſſen ſchien es nach einigen Jahren der zaͤrtlichen Baucis, daß ihr Philemon ſinnlich kälter gegen ſie werde, daß er länger von ihr weg bleibe als bisher, und daß bei ihr ſeine Seele zuweilen abweſend ſei. Immer hatte ſie mit heimlichem Schreck an jenen Fall gedacht, den ihr Phi⸗ lemon ſo oft als leicht moͤglich, ja faſt unvermeidlich vorausgeſagt hatte. Philemon, in Allem was er that offen, entſchieden, unverſtellt, ließ ihr bald durch ſein veraͤndertes Betragen merken, daß dieſer Fall einge⸗ treten ſei. Ihr weibliches Zartgefuͤhl erzitterte bei die⸗ ſer Gewißheit, ihre keuſche Seele konnte ſich einer Re⸗ gung eiferſuͤchtigen Widerwillens nicht erwehren— aber die empfindlichen Schmerzen, welche ihr Herz grauſam anfielen, wurden nicht wenig gemildert und abgekuͤrzt durch den Gedanken: er iſt frei, durch keinen Eid ge⸗ bunden, er hat mich nicht betrogen! Was aber ihr Ungluͤck faſt zu Nichts machte und ſogar in ein rela⸗ tives Gluͤck verwandelte, war die ſtolze Ueberzeugung, welche ſie gewann, daß, wie treulos auch die Sinne dieſes Mannes ſeien, den ſie uͤber Alles liebte— ja den ſie ſo liebte, daß ſie ihm zuweilen ein Gluͤck wuͤnſchte,
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