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das Haus des Dr. Milius zu tragen. Erſt nachdem er dies Alles beſorgt, athmete er tief auf und duldete es, indem ihm ſelbſt große Thräͤnentropfen uͤber die Backen liefen, daß Baucis ſeinen Hals umſchlang und an ſeiner Bruſt die ſeligſten Thraͤnen weinte.
Sechstes Kapitel.
Abermals floſſen einige Jahre dahin und in dem Verhaͤltniſſe des Liebespaares trat keine Veraͤnderung ein. Die einzige Frucht ihrer Liebe aber, ein munterer Knabe, wuchs bluͤhend heran und vermehrte die ſtillen und beſcheidenen Freuden ſeiner Erzeuger. Philemon ubernahm es ſelbſt, den Kleinen, als er das erforderliche Alter erreicht hatte, zu unterrichten— der Knabe nannte ihn Vater und weinte ſo oft Philemon ſeine Baucis verließ, um ſeufzend ſein Kämmerlein zu ſuchen. Auch Baucis konnte ſich einiger verſtohlener Seufßzer nicht erwehren, wenn ſie taglich und ſtundlich durch kleine Zufaͤlligkeiten daran erinnert wurde, daß ihr Bund im Widerſpruche mit den Geſetzen der Welt ſtehe. Es fehlte nicht an zarten Freundinnen und Nachbarinnen, welche, im Stillen das Gluͤck der Beiden beneidend, die Pein dieſes Gefuͤhls zu vermehren ſuchten. Tauſend kleine Neckereien und triumphirende Seitenblicke der ehr⸗ ſamen Ehefrauen ſollten ſie uͤberzeugen, daß ſie eine
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