ſchen Jungfrau. Es iſt, als habe der kleine Stachel einer Muͤcke das zarte Herz verwundet und es mit einem Weh befruchtet, das ſich leider nur zu oft zu lebenstodtlichem Gram entwickelt. Sinnend ſchaut das himmelblaue Auge vor ſich hin, der Blick iſt kaum mehr ganz unbefangen und zieht ſich beim Anblick eines Mannes oft ſcheu zuruͤck. Die junge Seele ahnt die Naͤhe eines unſichtbaren Todfeindes ihrer heiteren Engelsruhe. Sie ſcheint zu flehen:„Laß mich im Frieden, erbarme Dich meiner Wehrloſigkeit!“ Von hier an muß man kleinere Stationen bei den weiblichen Metamorphoſen machen, man kann nicht von fuͤnf zu fuͤnf Jahren weiter marſchiren. Jeder Monat bringt eine Verwandlung, jeder neue Mai ein neues Schick⸗ ſal. Auf dem Wege vom fuͤnfzehnten zum zwanzigſten Jahre entſcheidet das Weib ihr ganzes Geſchick und das Geſchick der Familien. Wehe uͤber die Muͤtter, welche in dieſer Zeit das kreißende Herz der Jungfrau verwahrloſen, nicht jeden Blick ihrer Augen bewachen!
Aber Agathens Mutter hatte keine Zeit ſich um die ſittliche Ausbildung ihrer Tochter zu bekuͤmmern, ſie lebte mit ihrem Gatten auf einem philoſophiſchen Fuße, ſie hatte noch Anbeter, und das einzige Gefuͤhl, welches ihr im fortwaͤhrenden Wechſel der Leidenſchaf⸗ ten fur ihr Kind übrig blieb, war— die Eiferſucht.
Der Papa ſeinerſeits überließ ſeiner Frau die Erziehung ſeiner Tochter! Ein verliebter Onkel ver⸗ haͤtſchelte ſie und pflanzte die erſten Keime gefahrlicher


