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Gefuͤhle in ihre ſchuldloſe Bruſt. Junge Maͤnner, Schreiber, Advocaten, Studenten, Officiere umflatterten ſie— man bewachte weder ihre Tugend, noch hinderte man die jungen Leute an den unverſchaͤmteſten Frei⸗ heiten. Man ſpielte Pfaͤnder, man haſchte ſich, man kuͤßte ſich, man trieb tauſend unſchickliche Poſſen— mitten im vaͤterlichen Hauſe,— man gab ſich Ren⸗ dezvous, machte Ausfluͤge auf's Land, in einziger Be⸗ gleitung eines jungen Herrn. Kurz, man hatte voll⸗ kommene Freiheit zu thun, was beliebte.
Der Vater ſtarb. Wie durch einen Zauberſchla einer boͤſen Fee war der Wohlſtand der Familie ver⸗ ſchwunden. Die Mutter— ihr Ungluͤck nicht begrei⸗ fend, nicht zu ertragen faͤhig, ſiechte dahin— die letzten Reſte des ehemaligen haͤuslichen Glanzes waͤhrend ihrer langwierigen Krankheit. Endlich loͤſchte ihre Lebensflamme langſam aus— Agathe war allein.
Eines Abends begegnet 6 Tochter der Fabrik auf dem Kohlenmarkt, bei ſtarkem Platzregen, einem Maͤdchen ihres Gewerbes. Di Armen erkennen ſich unter einander auf den erſten Blick. Helene hat ſie mit Intereſſe betrachtet— und mit einem leichten cameradſchaftlichen Blick gegruͤßt— ſie hatte eine ſo liebliche gu tmuͤthige Phyſiognomie,— Helene fuͤhlte ſich zu ihr hingezogen. Inzwiſchen geht ſie an ihr vorbei,— aber die Straße auf- und niederſtreifend, wie es dieſe Maͤdchen thun muͤſſen, um Aufmerkſam⸗ keit zu erregen, begegnet ſie immer wieder der ſanft⸗


