Teil eines Werkes 
2. Bd. (1846)
Entstehung
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as iſt durch dieſe nutzloſe Zuͤchtigung gewonnen? Sie wuͤrde ſich freiwillig Tag fuͤr Tag der⸗ ſelben unterwerfen, um nicht hungern, nicht frieren, nicht grauſamen Mangel leiden zu duͤrfen. Mein Himmel das Kind ſchaudert ja vor Ekel uͤber die Schaͤndlichkeiten, deren Opfer ſie iſt. Leichtſinn? Nun ja es iſt nicht unwahrſcheinlich, dieſes ſich ſelbſt uberlaſſene Kind die Pfennige, welche ſie erwirbt, un⸗ zweckmaͤßig verwendet. Soll dieſe zwölfjaͤhrige Waiſe ſchon eine verſtaͤndige Hauswirthin ſein? Soll ſie ſchon jene Gewalt uͤber ſich haben, welche im Stande waͤre ihren kleinen Erwerb in der Fabrik ſo anzuwen⸗ den, daß er ausreichte fuͤr ihre dringendſten Beduͤrf niſſe? Ihre Koſtfrau ſchaltet damit nach Belieben ſie hat noch Gewinn bei ihrer Verpflegung, welche kaum darin beſteht, womit man einen Hund verpflegt!

Ihre Freundinnen unterrichten ſie inzwiſchen in den gegen die Polizei zu ergreifenden Vorſichtsmaß⸗ regeln. Nachdem ſie entlaſſen worden, iſt ihr erſter Entſchluß, kuͤnftig vorſichtiger zu ſein. Es gelingt ihr, durch mehrere Wochen der Polizei zu entgehen Dann wiederholt ſich der Unfall. So wuchs ſie heran und lernte alle Schlupfwinkel des Laſters, der Unzucht kennen. Sie iſt funfzehn Jahre alt und hat ſchon die ganze Schule der Verworfenheit durchgemacht. Sie hat ſchon geſtohlen, ſie hat furchtbare Krankheiten uͤberſtanden, und iſt bereits M utter Sie wird in's