Man theilt ihr in der Fabrik die Arbeit zu: Welch ein Geſchaͤft! Hier iſt ſie gleichſam gekettet an die ungeheure Maſchine, dieſes rieſige Weſen, das belebt zu ſein ſcheint, und an die Kraft und Größe der antediluvianiſchen Thiere erinnert, welches, wie von einem Inſtinct der Lebenskraft getrieben, mit raſtloſer Thaͤtigkeit ſich bewegt, ein eiſernes Ungeheuer, deſſen Puls der Dampf iſt.
Die betaͤubende Eintoͤnigkeit des Maſchinengetrie⸗ bes, die erſtickende Hitze, die nicht ſelten auf 98 Grad Fahrenheit ſteigt, das unausgeſetzte Getoͤſe, die Noth⸗ wendigkeit eines unablaͤſſigen Eifers von Seite der Werkleute machen den Ort und das Handwerk uner⸗ traͤglich.
Haben nun die armen Fabrikkinder gar keine Art von Erholung? Gewaͤhrt man ihnen durchaus kein Mittel, die Langeweile ihrer Beſchaͤftigung zu verſuͤßen? Bietet ſich ihnen keine Ausflucht dar, um wenigſtens ein Paar Augenblicke lang das Ungluͤck ihrer Lage zu vergeſſen? Wenn der Leſer dieſe Frage geſtellt hat, ſo koͤnnen wir ihm darauf antworten: In einigen Manufacturen haben die Arbeitskinder die Er⸗ laubniß zu ſingen, und zwar heilige Hymnen, denn profane Geſaͤnge ſind ſtreng unterſagt.
Ein reicher, ſehr reicher Mann muͤßte beim Ein⸗ tritt in ſeine Fabrik ſein Herz unendlich gepreßt fuͤh⸗ len, wenn er von den blaſſen Lippen dieſer ärmlich


