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weinte. Das ſchlechte Gewiſſen nahm die Dichtung mit allen Geberden ſchamloſer Verſtellung auf. Ich hoͤrte einige uͤbelwollende Urtheile Derſenigen, welche ſich am meiſten getroffen fuͤhlten:„Welche Capuzinade, was faͤllt dem Manne ein, uns eine Faſtenpredigt zu halten?“
Alſo unwiderruflich beſchloſſen:
Keine Rettung fuͤr dies Geſchlecht!
Der letzte Reſt beſſerer Gefuͤhle erſtorben!
Kein Nervenreiz mehr in ihren abgematteten Herzen!
Kein Pulsſchlag in ihrem Gemüthe!
Nur drei Reize lebendig— der Lachreiz, Wolluſt⸗ reiz, Habgierreiz.
Tod, Tod, Leichname,— o ich fuͤhle, es iſt in dieſer Welt Nichts mehr zu hoffen. O mein Ideal— Du Einſame— wie beklage
ich Dich!
Den 20. Februar.
Das Fieber wirft mich zu Boden— es iſt aus mit mir. Ich mag nicht daran denken, geſund zu werden. Dieſes Leben iſt ja nichts als Siechthum und Elend, ein immerwaͤhrendes Sterben,— o, wenn der Engel mich beruͤhrte, ich waͤre gluͤcklich. Was gilt dieſes Daſein voll Ekel, Reue, Schmach, Ent⸗ wuͤrdigung,— wer kann gluͤcklich ſein— welcher
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