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Himmel, Elim aber ſtand mit geſträubtem Haare auf einem Felſen, und er dachte zu beten, aber ſeine Zunge war wie von Holz, und er fuͤhlte, daß er ſtumm war.
Und fuͤnf Tage und fuͤnf Naͤchte irrte Elim in den Kluͤften des Gebirges umher, und er fand weder Speiſe noch Trank, und ekles Gewuͤrm folgte ſeinen Ferſen, und giftige Schlangen liebkoſeten ihn und leckten ſeine Wangen, und das Krokodill nannte ihn Bruder, und der Schakal folgte ſeiner Spur, und Loͤwen und Tiger hielten ihn fuͤr ihres Geſchlechts. Die Adler ſetzten ſich auf ſein Haupt und ſchlugen ihn blind mit ihren Fluͤgeln. Als aber der dreißigſte Tag der Suͤndfluth gekommen war, da brach ein furcht⸗ barer Sturm los, und hob Alles vom Boden auf, was da lebte, kroch und angewachſen war. Die Waͤlder tanzten in den Luͤften und trugen Elim hinweg in ſchrecklichem Wirbel, und er ſah nicht mehr durch ſeine Augen, denn er war erblindet, und er hoͤrte nicht mehr durch ſeine Ohren, denn er war taub, und ſeine Glieder zerbrachen wie Schilfrohr. Seine Seele aber erblickte die Schatten der untergegangenen Menſchen, ſie grinſten ihn an mit geſpenſtiſchen, blutruͤnſtigen Geſichtern und riefen aus:„Wehe Dir, Gott iſt, und ſein Gericht iſt ewig.“
Und langſam und gehuͤllt in Wolken, fußend in dem Meeresgrunde und die ganze Erde umfangend mit


