Teil eines Werkes 
1. Bd. (1846)
Entstehung
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gen ihre letzten ſchaudervollen Kämpfe. Muͤtter*) warfen ihre Sauglinge von ſich in die Alles verſchlin⸗ gende Fluth, Väter rangen mit ihren Soͤhnen um ein Stuͤck Brot, und um eine Zuflucht vor der ge⸗ fraßigen Waſſerwuͤſte wurden blutige Schlachten ge⸗ liefert. Zuerſt unterlagen die Weiber*) dem furcht⸗ baren Verhängniß und deckten mit im Kampf zer⸗ fleiſchten blutigen Leibern die brullenden Fluthen. Ihnen folgten die Greiſe nach, von ihren eigenen Enkeln in den Abgrund geſchleudert. Der Bruder ſchonte den Bruder nicht. Thiere wurden hoͤher gehalten als Men⸗ ſchen, da ſie zur Nahrung dienten. Unerbittlich grauſam wuthete der Trieb und die Nothwehr der Selbſt⸗ erhaltung. Hier ſah man einen maͤchtigen Patriarchen, der erſt große Ländereien beherrſcht hatte, zu den Fuͤßen eines Sclaven um ſein Leben flehen. Dort liebkoſte ein reicher Handelsherr ſein treues Kameel, das auf ſeinem hohen Ruͤcken ihm eine Zuflucht bot, mit den⸗ ſelben Haͤnden, womit er einem Nachbar ſeine Lanze

*) Miütter werfen heute ihre Kinder in die Fluth des Elends (die Findelhaͤuſer, Straßenbettelei, Proſtitution), um ſich zu retten, Vaͤter ringen mit ihren Söhnen um ein elendes Stuͤck Brot, und wer Augen hat, kann täglich die Schlachten ſehen, welche ſich die Menſchen liefern um dem Hungertode, der Schande, dem Tode zu entrinnen! Jene Zeit iſt dieſe des Sündenfalls.

**) Die Weiber gehen bereits in Schaaren vorerſt zu Grunde, in den Höhlen der Armuth, in Hoſpitälern, Gebärhäuſern, Pro⸗ ſtitutionshäuſern, Zuchthäuſern in weit groͤßerer Anzahl als die Maͤnner.