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Speis und Trank zu ſich, und ſpricht er die Sprache Noah's? Kein Auge hat ihn je geſehen, kein Ohr ihn je gehoͤrt, keine Hand ihn je beruͤhrt. Wenn ein Gott iſt, warum zeigt er ſich nicht? Wenn ein Gott 1 iſt, warum ſchlaͤgt er mich nicht, wenn ich ihn laͤſtere? 3 Warum ſchweigen ſeine Donner, wenn ich ihn leugne? Was iſt Suͤnde? Daß ich meinen Vortheil ſuche? Moͤgen es Alle thun, ſo ſind Alle wohl berathen! Daß ich die Schwachen unterdruͤcke? Warum hat Gott mir das Recht der Staͤrke gegeben! Daß ich Wort und Eid breche? Was ſind Wort und Eid? Leerer Schall. Daß ich luͤge und betruͤge? Thor, der ſich betruͤgen laͤßt.— Daß ich fremdes Gut mir aneigne?— beweiſt mir, daß ich nicht ſo viel Recht darauf habe als ein Anderer. Daß ich der Wolluſt genieße? Hat nicht die Natur ſie mich gelehrt? Gottes Zorn— Hirn⸗ geſpinnſt des ſiechen Alters!— Noah will uns nur narren, weil er keine Kraft mehr fuͤhlt zu herrſchen. Seine Hand kann kein Schwert mehr fuͤhren, ſeine Glieder tragen kaum den morſchen Leib, darum will er uns mit ſeiner Schlauheit Trug regieren.“ So ſprach Elim, und fuhr fort, Noah zu verhoͤhnen. Noah aber baute emſig ſeine Arche, und die Zeit vollendete das Rieſenwerk. Ein Raͤthſel lag ſie endlich da, ein Berg von Holz, und man ſtaunte ſie an als ein Werk des Aberwitzes. Da ſprach der Herr zu Noah:„Geh' in Deine Arche und thu' wie ich Dir befohlen, denn ich will regnen laſſen vierzig Tage und


