Teil eines Werkes 
1. Bd. (1846)
Entstehung
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alte Suͤnderinnen mit falſchen Haaren, junge wolluſt⸗ matte, nervenſchwache Dämchen mit hohlen Augen, zuckenden Geſichtsmuskeln, verlebte Wuͤſtlinge mit kah⸗ len Scheiteln, hektiſche Phrynen große Geiſter mit frechen Mienen, reiche Kunden der Suͤnde und lauernde bereitwillige Suͤndenmaͤkler, beſtechliche Beamte und ihre reich geſchmuͤckten und geſchminkten Weiber und Toͤchter und mitten unter ihnen ein ſtrahlendes Bild der Seeleneinfalt, beſcheiden ſich verbergend unter dieſen ſammetnen und ſeidenen, von Gold und Juwelen bedeckten Suͤnden, im einfachen beſcheidenen Kleide der Unſchuld, mit einer weißen Roſe im Haar mein angebetetes Ideal! Sie erwiderte meinen Gruß mit geſenktem Blick.

Nun, haſt Du ein recht luſtiges Sujet, Eduard? fragte mich Zums.

Ja, ſagte ich mit ironiſcher Freude,ein recht luſtiges!

Wie betitelt ſich das Stuͤck?

Die Suͤndfluth!

Die Suͤndfluth ah, gewiß eine Humoreske von Saphir?

Nein, es iſt von*.

Von*, erwiderte Zums gedehnt

Ich konnte nichts Anderes auftreiben, ſagte ich leichthin,uͤberdies muß man ja eine ſo gebildete Geſellſchaft mit etwas Neuem uͤberraſchen. Die Piecen anderer Dichter hoͤrt man ja in allen Concerten.