wollte. Alsbald wurde das legitime Ehepaar wieder vereinigt, der Baron freigeſprochen, das unglückliche Opfer aber von den Gerichten zuruͤckbehalten. Man ſetzte ſie mit einem Beamten in einen Fiaker, und brachte ſie in ein Haus, welches ihr unbekannt war. Eine gemein ausſehende Frau empfing ſie hier, und befahl ihr, die Kleider, welche ſie an hatte, ſogleich abzulegen, da ſich ſolcher Staat fur dieſes Haus nicht gezieme. Anfangs glaubte die Ungluckliche, ſich in einem Kloſter zu befinden, aber bald wurde ſie ſchreck⸗ lich enttäuſcht, als man, nachdem ſie ſich entkleidet, uͤber ſie herſiel, und ſie einer grauſamen Zuͤchtigung unterwarf. Es war der gewoͤhnliche„Willkomm“ fuͤr neu ankommende Zuͤchtlinge, und das Haus, in welchem ſie ſich befand, war das— Zuchthaus. Aber der Heldenmuth ihres Edelſinnes wurde durch dieſen ſchaͤndlichen Verrath nicht gebrochen, ſie gedachte in ihrer Schande und in ihren Leiden der furchtbaren Strafe, welche den Geliebten durch die Zuruͤcknahme ihrer Erklaͤrung treffen wuͤrde. Sie ſchwieg. Zwei Jahre harrte ſie vergeblich der Befreiung— der Baron hatte ſie vergeſſen, man war froh, daß ſie geborgen war. Wiederholt war die Ungluͤckliche Zuͤchtigungen unterworfen worden, ſie fing an zu ſiechen. Da er⸗ ſchien eines Tages der Kaiſer in dem Hauſe des Jam⸗ mers und der Schande. Er befragte jeden einzelnen Zuͤchtling um ſein Verbrechen, um die Art ihrer Be⸗ handlung, ihre Koſt, ihre Beſchwerden. Da warf ſich
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