fuͤhrungspraxis des maͤnnlichen Geſchlechtes zu hindern. Wenn es erſt allen Maͤnnern im erſten Stadium der Mannbarkeit moͤglich gemacht wuͤrde, ſich zu verheirathen, ſo wuͤrde es bald wenige Frauenzimmer geben, welche ihren Leib wechſelnden launenhaften und ſchändlichen Begierden verkaufen. Nur die zahlloſen Gelegenheiten bringen im Manne jenen wolluͤſtigen Charakter hervor, welchem jetzt das ganze weibliche Geſchlecht zum Opfer gebracht wird. Was Joſeph philoſophiſch dachte und redlich wollte, gab er bei vie⸗ len Anlaͤſſen kund. Er wollte das Heil beider Ge⸗ ſchlechter. Indem er die Ehe erleichterte, ihre Aufloͤ⸗ ſung zuließ, wollte er der Verführung, den Schand⸗ thaten der Wuͤſtlinge Einhalt thun. Seine perſoͤnliche Herrſchaft zeigte die Praxis ſeiner Geſetze, wie er ſie wuͤnſchte. Das weibliche Geſchlecht begriff zuerſt ſeine wohlmeinenden Geſinnungen. Man erzählt ſich zahl⸗ loſe frohliche und tragiſche Anekdoten von ſeiner In⸗
tervention in der großen Kriſis aller geſchlechtlichen Verhaͤltniſſe. Hier nur einige. Eine junge Dame, die Tochter eines Officiers, erhielt durch eine Mittels⸗ perſon den Antrag von einem reichen und mächtigen Cavalier, ihm fuͤr einen Kaufſchilling von 10,000 Fl. ihre Unſchuld zu uͤberlaſſen. Das arme Mädchen, hilflos und verwaiſt, ohne Ausſicht, durch einen Gatten verſorgt zu werden, nahm den Antrag an. Als der wolluſtgluͤhende Seladon zum Rendezvous kam, wußte ſie ihm die 10,000 Fl. abzunehmen, ohne fuͤr den Augen⸗


