nung blicken auf Befreiung. Kurz, er übereilt in et⸗ was, berauſcht von dem Nimbus ihres Zaubers, ſeine Antraͤge;— aber die Dame war ſo erzuͤrnt und ſo außer ſich vor Verzweiflung, daß ſie die Zaͤrtlichkeit des Commiſſaͤrs zu einem originellen Entſchluß brachte, auf welchen dieſer am wenigſten gefaßt war. Es fuhr ihr wie ein Blitz durch den Kopf: wie, wenn ich den Scandal benutzte, um Karl zu gewinnen, um ſein Weib zu werden? Das Genie der Liebe iſt untruͤglich, das Mittel, einen Mann zu bekommen, war heroiſch, aber konnte nicht fehlſchlagen. Was ſollte Mama anfangen mit dieſem Keuſchheitscommiſſaͤr, dieſer in Thraͤnen ge⸗ badeten attrapirten Tochter— welche Satisfaction konnte ſie von dem Grenadierlieutenant verlangen, wie die Schande ihres Hauſes bemänteln? Sobald die junge Dame dieſe Gedankenreihe vollendet hatte, und ſie war im Augenblick damit fertig, ſagte ſie ſehr ruhig zu dem nun ſeinerſeits bis auf den Tod erſchreckten Keuſchheits⸗ commiſſär:„Mein Herr, ich beſtehe darauf, daß Sie Ihre Pflicht thun, und mich zu meiner Mutter bringen; — ſollten Sie einen Augenblick anſtehen, mir zu will⸗ fahren, ſo wurden Sie es ſich ſelbſt zuzuſchreiben haben, wenn ich dann den unverſchaͤmten Antrag, welchen Sie mir eben gemacht haben, Ihren Vorgeſetzten anzeigen muͤßte.“ Alle Bitten und Gegenvorſtellungen waren fruchtlos, die junge Dame war ordentlich darauf er⸗ picht, compromittirt werden zu wollen. Er mußte ſie als Delinquentin ihrer Mutter vorfuͤhren, berichten, was
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