Teil eines Werkes 
1. Bd. (1846)
Entstehung
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zu einer verzweifelten Liſt. Er ſuchte die Angelegen⸗ heiten ihres Herzens zu erforſchen und erfuhr, daß ein ungariſcher Grenadierlieutenant von ihr geliebt werde. Es gelang einem ſeiner Agenten ſich in das Vertrauen des Officiers zu ſchleichen, und er wußte es dahin zu bringen, den heißen Wuͤnſchen des hoffnungslos lieben⸗ den LieutenantsGelegenheit zu machen. Das unbe⸗ ſcholtene, aber ſehr verliebte Taubchen ging in die Falle, endlich nach einjährigem Schmachten, ſtillen Seufzern ohne Zahl, verzweifelten Liebesbriefen, erha⸗ ſchen ſie das Gluͤck einer heimlichen Zuſammenkunſt

ohne Zeugen. Die Dame fliegt in die Arme ihres Ge⸗

lievten, ihr Herz pocht an dem ſeinigen, es werden Schwure und Kuſſe gewechſelt, es wird eine Verſchwoͤ⸗ rung gegen eine tiranniſche Mutter gemacht da offnet ſich plotzich die Thuͤr und ein Commiſſaͤr der Keuſch⸗ heitscommiſſion erſcheint, um das bei einer gewoͤhnlichen Gelegenheitsmacherei ertappte Liebespaar zu inquiriren. Wer ſchildert den Schreck und die Beſtuͤrzung der Un⸗ glucklichen! Wohl oder ubel der Herr Lieutenant mußte ſeinen Namen nennen, eben ſo die Dame, welche nur dadurch einer oͤffentlichen Verhaftung entgehen konnte. Der Herr Commiſſäͤr ſetzte ſie in einen Wa⸗ gen, um ſie zu ihren Eltern zu bringen, aber ſtatt da⸗ hin die in Thränen Schwimmende zu bringen, läßt der Herr Commiſſär den Wagen auf die Landſtraße fahren. Er erklärt der Dame, daß er ſehr beklage, ſie in ſolcher Lage zu ſehen! Er tröſtet, er lßt Hoff⸗