Teil eines Werkes 
1. Bd. (1846)
Entstehung
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Vergnuͤgen nicht völlig zu entbehren, die gröbſten An⸗ zuͤglichkeiten und Zweideutigkeiten geſtattete.

Weit entfernt, mit Boccaccio und Caſanova wett⸗ eifern zu wollen, habe ich nur den Zweck, zum Nutzen fur den Staat und die Familie ein Bild jener zugel⸗ loſen Sitten zu entwerfen, worin ſehr viele Leſer ihre eigenen erkennen werden, um mein Vaterland zum Be⸗ wußtſein der auf ihm liegenden Schmach zu bringen. Wenn ich in meinen Schilderungen dem natuͤrlichen Gange der Gefuͤhle nachfolge, ſo will ich blos das ſitt⸗ liche Gefuͤhl dahin fuͤhren, wo es ſeine Verirrungen erkennt. Dies ſoll ohne Pruͤderie und Affectation, aber auch in keiner Weiſe geſchehen, welche meine Abſichten verdaͤchtigen koͤnnte. Ich halte dieſe Unternehmung ſuͤr

eine hoͤchſt ernſte fuͤr mein Vaterland. Nicht nur

iſt es hohe Zeit, daß dieſer ſittenſtrenge Hof ſeine Um⸗ gebungen in der Geſellſchaft erkenne und ſich nicht laͤnger durch jenen nichtswuͤrdigen Schein von Ehr⸗ barkeit, Anſtand und Solidität der Auffuͤhrung tau⸗ ſchen laſſe, womit Diejenigen ſich umgeben, welche Macht und Ehrenſtellen zu erlangen ſuchen durch eine ſtaatsgefaͤhrliche Heuchelei, um Neigungen zu froh⸗ nen, welche abſcheulich ſind, ſondern auch die Geſell⸗ ſchaft mit der ſodomitiſchen Nemeſis unſerer Zei⸗ ten jenem furchtbaren Feuerregen von ſchrecklichen, heimlichen Seelenqualen bekannt zu machen. Es ſind der Gottesgerichte in den natuͤrlichen Ereigniſſen des Lebens, welche aus der allgemeinen Sittenloſigkeit