Teil eines Werkes 
1.-5. Bdchn (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

304

Catharina wußte, daß ſie ihn hier fand, doch ſie

wußte nicht, daß er nicht allein war.

Er hatte in der That einen jungen Mann von fünfundzwanzig bis ſechsundzwanzig Jahren bei ſich, der ſehr elegant, jedoch ſichtbar in Reiſekleidern war.

Ah! Ihr ſeid es, Herr von Nemours! rief die Königin, als ſie den jungen Mann erblicke; Ihr kommt aus Italien. Was für Rachrichten von Rom?

Schlechte, Madame, erwiederte der Cardinal, während ſich der Herzog von Nemours vor der Kö⸗ nigin verbeugte.

Schlechte!... Sollte unſer lieber Vetter der Herzog von Guiſe geſchlagen worden ſein? Kehmt Euch in Acht! ſagtet Ihr mir ja, ſo würde ich nein antworten, ſo ſehr halte ich dies für unmöglich!

Nein, Madame, erwiederte der Herzog von NemoursHerr von Guiſe iſt nicht geſchlagen; das iſt, wie Ihr ſagt, etwas Unmögliches! Doch er iſt verrathen von den Caraffa, verlaſſen vom Papſte ſelbſt, und er hat mich an den König abgeſandt, um ihm zu melden, die Stellung ſei weder für ſeinen Ruhm, noch für den von Frankreich länger haltbar, und er verlange entweder Verſtärkung oder ſeine Zu⸗ rückberufung.

Und nach unſerer Uebereinkunft, Madame, habe ich Herrn von Nemours zuerſt zu Euch geführt, ſprach der Cardinal.

Aber, verſetzte Catharina,die Zurückberufung von Herrn von Guiſe, das iſt das Aufgeben der Anſprüche Frankreichs auf das Königreich Neapel und meiner Anſprüche auf das Herzogthum Toscana.