Teil eines Werkes 
1.-5. Bdchn (1855)
Entstehung
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Tochter gekommen war und durch eine Tochter gehen ſo ge

ſollte!“ Am 20. Auguſt 1548 war ſie in Morlair

eingetroffen, und hatte zum erſten Male die Erde Frankreichs betreten, wo ihre einzigen ſchönen Tage vergingen. Sie brachte mit ſich jene Guirlande von ſchottiſchen Roſen, welche man die vier Marien nannte, die von demſelben Alter, von demſelben Jahre, von demſelben Monate waren wie ſie, und Maria Fle⸗ ming, Maria Livingſton, Maria Seaton und Maria Beaton hießen. Es war zu jener Zeit ein anbetungs⸗ würdiges Kind, und allmälig heranwachſend war ſie ein anbetungswürdiges Mädchen geworden. Ihre Oheime, die Guiſe, welche in ihr die Verwirklichung ihrer weitumfaſſenden ehrgeizigen Pläne zu ſehen glaubten, und nicht zufrieden, ihre Herrſchaft über Frankreich zu erſtrecken, dieſelbe durch Maria über Schottland, vielleicht ſogar über England erſtreckten, umgaben ſie mit einem wahren Cultus.

So ſchrieb der Cardinal von Lothringen an ſeine Schweſter Maria von Guiſe:

„Eure Tochter iſt gewachſen und wächſt alle Tage an Güte, Schönheit und Tugend. Der König bringt ſeine Zeit damit zu, daß er mit ihr plaudert, und ſie weiß eben ſowohl gute und vernünftige Reden zu führen, als es eine Frau von fünfundzwanzig Jah⸗ ren thun würde.“

Uebrigens war es wohl die Knoſpe dieſer glühen⸗ den Roſe, die ſich der Liebe und der Wolluſt öffnen ſollte. Während ſie nichts von dem zu thun wußte, was ihr nicht gefiel, that ſie im Gegentheile mit Leidenſchaft Alles, was ihr gefiel. Tanzte ſie, ſo geſchah es gerade, bis ſie erſchöpft niederfiel; ritt ſie,

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