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jungen Mann machte. Wenig geneigt zu den ge⸗ waltigen Uebungen, die ſein Vater beſonders liebte, ſchien er einer unabläßigen Abzehrung preisgegeben, deren Urſache die Aerzte vergebens ſuchten, aber vielleicht, geleitet durch die Pamphlete der Zeit, in dem Kapitel der zwölf Cäſaren, wo Sueton die Luſtfahrten in der Sänfte von Nero mit ſeiner Mutter Agrippina erzählt, gefunden hätten. Be⸗ merken wir indeſſen ſogleich, daß in ihrer doppelten Eigenſchaft als Fremde und als Katholikin Catharina von Medici ſehr gehaßt war, und daß man nicht ohne Prüfung Alles glauben darf, was die Pas⸗ quille und Satyren jener Zeit ſagten, welche faſt ins⸗ geſammt aus der calviniſtiſchen Preſſe hervorgingen. Der frühzeitige Tod der jungen Prinzen Franz und Karl, denen ihre Mutter Heinrich vorzog, trug nicht wenig dazu bei, allen dieſen boshaften Gerüchten, welche durch die Jahrhunderte bis zu uns, bekleidet mit einer beinahe geſchichtlichen Authenticität, gelangt ſind, Glauben zu verſchaffen.
Die Prinzeſſin Eliſabeth, obgleich ſie ein Jahr weniger als der Dauphin zählte, war viel mehr eine Jungfrau, als er ein Jüngling war. Ihre Geburt war zugleich eine Privatfreude und ein öffentliches Glück geweſen; denn in dem Momente, wo ſie das Tageslicht erblickte, wurde der Friede zwiſchen Franz I. und König Heinrich vIII. unterzeichnet. So brachte diejenige, welche ſich verheirathend den Frieden mit Spanien bringen ſollte, bei ihrer Geburt den Frie⸗ den mit England. Ihr Vater Heinrich II. ſchätzte
ſie übrigens ſo hoch wegen ihrer Schönheit und
wegen ihres Charakters, daß er, als er ihre jüngere


