Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1852)
Entstehung
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wo er hier nach dem, was zwei Tage vorher vorge⸗ fallen, am wenigſten erwartet wurde.

Es iſt zu bemerken, daß er ſeinerſeits durchaus nicht erwartete, was er finden ſollte.

Zu dieſer Stunde war Banniére faſt immer beim Spiele. Der Abbs wußte wohl, daß jedes Ereigniß ſeinen Jahrestag hat, aber er kannte den Jahrestag des Ereigniſſes von Olympia und Banniöre nicht.

Als er bei Olympia mit ſeiner gewöhnlichen Un⸗ beſonnenheit eintrat, auch unbeſonnen, hatten die Liebenden den Schlüſſel in der Thüre gelaſſen, ſtieß er an einen Spiegel des Vorzimmers, den er für eine Thüre hielt, und der Olympia und Banntère mit einem Glaſe Champagner in der Hand reflectirte.

Der Abbé blieb wie verdutzt mit der Naſe auf dem Spiegel.

Ein einziger Diener, den man ohne Zweifel beur⸗ laubt hatte, verzehrte die übrig gebliebenen Brocken in der Küche.

Wüthend über das, was er ſah, und dieſes Ge⸗ mälde für einen Verrath haltend, drehte ſich der Abbé auf dem Abſatz um und drang in das Speiſezimmer ein, nicht wie ein Neugieriger, nicht wie ein Eiferſüchtiger, nicht wie ein Beſuch, ſondern wie ein Gebieter.

Er machte Geräuſch mit ſeiner Stimme und Ge⸗ räuſch mit den Thüren und erſchien vor den Liebenden wie Kalchas, bleich und mit geſträubten Haaren.

Olympia und Banntöre, welche der Jahrestag, die Zuckerbrode und der Champagner in eine begeiſterte Heiterkeit verſetzt hatten, gaben bei dieſem Anblick in verſchiedenen Tonarten einen Ausruf des Erſtaunens von ſich und ſchlugen ein unmäßiges Gelächter auf, was den Zorn und die Verwirrung des Abbé auf den höch⸗ ſien Grad ſteigerte. Nie, man wird das zugeſtehen, war eine Myſtiſtcation ſo grauſam für einen Verließten wie der Abbs geweſen, der durch die Unterredung vom vor⸗ hergehenden Tag ſich ſo ſehr beruhigt hatte.