Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

mt zu te

243

Sie dachte wohl, daß, trotz des verpfändeten Wor⸗ tes, der erſte Augenblick, den man zu lange mit Olym⸗ pia unter vier Augen unſeren Turteltauber ließe, von ihm zu einem Geruckſe angewendet werden würde, welches Olympia in Erſtaunen ſetzen und eine Erklärung her⸗ beiführen müßte.

Die Coiffeuſe ſpielte übrigens ihre Rolle vortreff⸗ lich; ſie war zu Olympia als Feindin des Abbs zurück⸗ gekehrt, und in ihrer Eigenſchaft als Feindin des Abbé war ſie natürlich die Freundin von Herrn Bannieère. Bei dieſem doppelten Titel mußte es ihr aber am meiſten am Herzen liegen, die Intereſſen des Letzteren vor jedem Angriff zu bewahren.

Nichts war alſo Olympia angenehmer und zu glei⸗ cher Zeit der Coiffeuſe nützlicher, als die fortwährende Anweſenheit oder der unabläſſige Eintritt von dieſer in dem Zimmer, wo der Abbé und Olympia ſich aufhiel⸗ ten, ſo daß die Gewandtheit dieſer Perſon alle zu einem glücklichen Erfolge auslaufende Wege durch die Leute ſelbſt hatte ebnen laſſen, welche dabei intereſſirt waren, daß es ihr nicht gelingen konnte.

Der Abbé hatte den Geſchmack der Coiffeuſe ſtudirt und glaubte zu bemerken, daß ſie eine ganz beſondere Werthſchätzung für den Marasquin hegte.

Um ſie ſich immer mehr geneigt zu machen, ſchickte er ihr durch ſeinen Lackei ſechs Flaſchen davon. Eine Stunde nachher klingelte er, ging an Claire vorüber, der er ſechs Louis d'or in die Hand drückte, und glaubte durch die halb geöffnete Küchenthüre die Coiffeuſe zu erblicken, welche den Marasquin aus der Flaſche koſtete.

Achl man kann nicht Alles vorherſehen. Der Haus⸗ marder, das ſchlauſte der Thiere, läßt ſich in der Falle fangenz die Coiffeuſe, die ſchlauſte ihrer Gattung, ließ ſich in der Falle fangen, wie ein Marder.

Banniöre war nach ſeiner Gewohnheit ſpielen ge⸗ gangen. D'Hoirac fand daher Olympia allein und nahm ſie zärtlich bei der Hand.