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Die Cviffeuſe fing damit an, daß ſie den Abbs bHoirar aufſuchte und ihm eröffnete, durch ihren Ein⸗ fluß habe er die Rückkehr in das Haus von Olympia erlangt. Doch dieſe Rücktehr ſei mit furchtbaren For⸗ derungen verbunden; nie werde ein Wort auf die Zu⸗ ſammenkünfte im geheimen Hauſe anſpielen. Die Augen allein können reden; die Augen ſagen viele Dinge, aber einer Frau ſtehe es immer frei, zu behaupten, ſie ver⸗ ſtehe die Sprache der Augen nicht.
Der Abbé legte in die Hände der Coiffeuſe einen Eid in allen ſacramentlichen Formen nieder.
Herrin dieſes Eides, ſchrieb die Coiffeuſe an Olympio.
Ihr Brief war ein Muſter von Demuth und drin⸗ gendem Flehen. Seit dem ſie unglücklicher Weiſe den einfachen Gedanken gehabt, eine unredliche Frau zu wer⸗ den, habe Alles eine ſchlimme Wendung für ſie genommen, ſie habe ihre beſten Kunden in der Stadt verloren; ihre Theaterkunden bezahlen ſie nicht; nur bei der Catalane allein habe ſie eine ungeheure Forderung, ohne je einen Pfennig davon bekommen zu können. Ihre einzige Hoff⸗ nung beruhe darauf, daß Olympia, welche ſo ſchön und ſo gut, ihr verzeihe; mit ihrer Ungnade ſei das Unglück gekommen, mit ihrer Verzeihung werde das Glück wie⸗ derkehren.
Olympia war ſtolz; ſie hatte den Abbs und ſeine Bötin beſtraft, und ſtatt gegen ſie zu ſpielen, lagen Beide vor ihr auf den Knieen.
Sie dachte, es wäre unlogiſch, dem Einen zu ver⸗ zeihen und der Anderen nicht auch zu verzeihen.
Um logiſch zu ſein, verzieh ſie alſo Beiden.
Es iſt zuweilen etwas ſehr Gefährliches für eine Frau, zu logiſch zu ſein.
Die Coiffeuſe erlangte ihre Rückkehr zu Olympia, gerade eine Stunde vor dem Augenblick, wo der Abbs ſelbſt zu ihr zurückkehren ſollte.
Vor dieſer Rückkehr war noch eine Unterhandlung zum Olympia von Clöves. 1. 16


