„Ganz richtig. Aber wahrhaftig, mein Bruder, ich finde Sie ungeheuer gelehrt.“
„Ja, man hat mich Alles dies in meiner Familie lernen laſſen,“ antwortete Bannisre beſcheiden.
„Als das Schauſpiel zu Ende war,“ fuhr Champ⸗ meslè fort,„hütete ſich mein Großvater wohl, zu Bette zu gehen und es zu verſuchen, zu ſchlafen. Er hatte zu ſehr Angſt, ſobald er die Augen geſchloſſen, und ſogar bei offenen Augen abermals ſeine Mutter und ſeine Frau zu ſehen. Er irrte auf den Straßen umher, wobei er es vermied, in die dunkeln Stellen zu ſchauen, und am Morgen, ſobald die Kirchen geöffnet waren, gab er dreißig Sous dem Sacriſtan von Saint⸗Euſtache, um eine Meſſe für ſeine Mutter und eine Meſſe für ſeine Frau leſen zu laſſen.“
„Ich werde Ihnen alſo zehn Sous zurückgeben?““ fragte der Sacriſtan.
„„Nein, denn Sie werden eine dritte für mich leſen laſſen. Behalten Sie das Ganze.““
„Ihr Großvater war ein beharrlicher Mann,“ ſagte der Noviz.
„Eil Sie werden ſehen, daß er Recht hatte,“ fuhr der Künſtler fort.
„Als er an das Gaſthaus beim Theater zurückkam, wo die Schauſpieler zuweilen vor der Probe frühſtückten, war die erſte Perſon, welche Herr von Champmeslé traf, Baron.
„Baron ſcherzte über ſein trauriges Geſicht.
„Doch nichts vermochte meinen Großvater aufzu⸗ heitern. Bei allen Scherzen von Baron ſchüttelte er den Kopf mit einer Miene, welche beſagen wollte:
„„Ah! wenn Du wüßteſt!““
„Baron begriff.
„„Du haſt alſo einen wirklichen Kummer fragte er.
„„Ob ich einen habe, beim Henker! ich glaube


