12
mehr als je marternd;„ja, ja, ich müßte einen von den Vätern haben. Würden Sie mir wohl den Ge⸗ fallen erweiſen, mich bei demjenigen einzuführen, von welchem Sie glauben, er könnte mir einige Augenblicke bewilligen, oder ihn zu veranlaſſen, hierher zu mir zu kommen?“
„Es iſt gerade die Stunde des Mittagsmahles, und in dieſem Augenblick find alle Väter im Refec⸗ torium.“
„Ah! Teufel!“ murmelte der Unbekannte mit einer ſichtbaren Unzufriedenheit,„alle im Refectorium; ahl Teufel!“
Dann bemerkte er ohne Zweifel, daß er den Namen vom Feinde des Menſchengeſchlechts in einer Kirche an⸗ gerufen hatte, und ſprach:
„Was habe ich denn geſagt?. Mein Gott, ver⸗ zeihe mir!“
Und er machte raſch, beinahe verſtohlen, das Zeichen des Kreuzes.
„Die Schwierigkeit, einen Beichtiger zu bekommen, iſt Ihnen ärgerlich,“ fragte theilnehmend der Noviz.
„Oh! ja, ja, ſehr.“
„Sie haben alſo große Eile?“
„Große Eile.“
„Welch ein Unglück, daß ich nur Noviz bin!“
„Ja, das iſt ein Unglück! Doch Sie ſind bald im Alter, ordinirt zu werden, und Sie werden es ſein, und dann, dann„ Ohl! mein Bruder, wie glücklich finde ich Sie!“
„Glücklich! und warum?“ fragte naiv der Noviz.
„Weil Sie in einem Jahre das Ziel erreicht haben werden, das ſich jede chriſtliche Seele vorſetzen muß, nämlich das Heil, und weil Sie mittlerweile, im Noviciat der Jeſuiten wohnend, dieſen würdigen Vätern, wann Sie wollen und ſo oft ſie wollen, beichten können.“
„Oh! ja, das iſt wahr, wann ich will und ſo oft ich will,“ erwiederts der Noviz mit einem Seußzer,


