Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1852)
Entstehung
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Sein angenehmes, ſanftes, ſchwermüthiges Geſicht trug einen gewiſſen Charakter von Unruhe, beinahe von Irrſinn an ſich, den der Noviz leicht hätte bemerken können, ohne die tiefe Aufmerkſamkeit, mit der er ſeit der Ankunft der Perſon, welche wir in Scene gebracht, weder mehr rechts, noch links zu ſchauen bemüht war.

Nachdem er ziemlich raſch in die Kirche eingetreten, dann ſtehen geblieben war und umhergeſchaut hatte, ſchien der Fremde es zu verſuchen, ſeine Lebensgeiſter wieder zu ſammeln, und fing an in der Kapelle hin und her zu gehen, bis er im Strahle ſeines Auges dem Novizen begegnend plötzlich ſeinen Entſchluß faßte und gerade auf ihn zutrat.

Der Noviz, der dies mehr errieth, als ſah, ſchloß raſch ſein doppeltes Buch, begrub ſein Geſicht in ſeine beiden gefalteten Hände und verſenkte ſich diesmal heuch⸗ leriſch in eine Litanei von Gebeten.

Der Unbekannte war indeſſen ſo nahe auf ihn zuge⸗ treten, daß er beinahe die Schultern des Novizen be⸗ rührte, welcher bei dieſer Annäherung plötzlich zu er⸗ wachen und ſich aus dem Abgrunde von Frömmigkeit, in den er ſich geſtürzt hatte, zu erheben ſchien.

Verzeihen Sie, mein Bruder, wenn ich Sie in Ihren Gebeten ſtöre, ſagte der Fremde, zuerſt das Geſpräch anknüpfend.

Mein Bruder, erwiederte der Noviz, während er aufſtand und ſein Buch hinter ſeinem Rücken verbarg, ich bin zu Ihren Befehlen.

Mein Bruder, vernehmen Sie, was mich hierher führt. Ich bedarf eines Beichtigers: darum habe ich mich Ihnen genähert und Sie in Ihren Gebeten ge⸗ ſtört, worüber ich Sie demüthig um Verzeihung bitte.

Achl ich bin nur Noviz, antwortete der junge Mann,und da ich die Weihen nicht erhalten, ſo kann ich nicht die Beichte hören. Sie müßten einen unſerer Väter haben.

Ja, ja, ſo iſt es, verſetzte der Fremde, ſeinen Hut