8
und ſie werden ein kreisförmiges Schiff von mäßigem Durchmeſſer mit Fenſtern ohne Figuren ſehen, welche, das Licht unter der Kuppel empfangend, dasſelbe ganz nach den Gewölben ſandten, aber es ſtufenweiſe dämpften, daß es gemildert auf die Platten des Bodens kam; ein langer und wenig geſchmückter Altar, wie eine Sehne am Bogen des gewölbten Chors ausgeſpannt; hinter dieſem Altar einige eichene Chorſtühle, dunkel und be⸗ deckt zur Erleichterung der Beaufſichtigung oder der Meditation der Väter, wenn ſie ſich während des Gottes⸗ vienſtes darein ſetzten.
Das iſt mit wenigen Zügen die Zeichnung der Oertlichkeit.
Es war ein Uhr und jeder Gottesdienſt beendigt; während die Sonne die Stadt verzehrte, war die Kirche veröbet.
Nur links vom Altar, neben einem engen Gange, der zu den erwähnten Chorſtühlen führte, ſaß ein junger Noviz mit dem ſchwarzen Ordenskleide auf einem Stuhle an einer Säule, den Kopf halb in ein Buch begraben, das er nicht las, ſondern verſchlang.
Dieſer junge Mann war indeſſen nicht ſo ſehr in ſeine Leſung vertieft, daß er nicht zuweilen einen verſtohlenen Blick nach ſeiner Rechten und nach ſeiner Linken warf.
Nach ſeiner Linken, das heißt nach der kleinen Thüre, durch welche die Väter vom Novieiat in die Kapelle gehen konnten.
Nach ſeiner Rechten, das heißt nach der Seite der großen Thüre, durch welche die Gläubigen in die Kirche eintreten konnten.
War es Neugierde, war es Zerſtreuung, Zerſtreuung, ach! ſo natürlich bei der Jugend, für welche Brevier und Ritual nur leeres, einförmiges Futter find!
Wir ſagten aber, der junge Noviz habe die Blätter ſeines Buches zu verſchlingen geſchienen; ſchaute er ſo nach rechts und links, um die Bewunderung eines Auf⸗
——— e— 1„——
S 8
a8 G 8
—


