Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1852)
Entstehung
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Allerbings, als auf die Bitte der heiligen Brigitta von Schweden und der heiligen Catharina von Siena Gregor IX Avignon im Jahre 1376 verließ und nach Rom abreiſte, wo er am 17. Februar 1377 ankam, al⸗ lerdings war Avignon, ſeines Glanzes beraubt, während es ſein Wappen behielt, was drei goldene Schlüſſel in rothem Feld, getragen von einem Adler mit dem Wahl⸗ ſpruche: Unguibus et rostris, ſind, nur noch eine trauernde Witwe, ein einſamer Palaſt, ein leeres Grab. Die Päpſte behielten wohl Avignon, deſſen Ertrag ſehr groß war, aber wie man ein Schloß behält, das man nicht mehr bewohnt: ſie ſchickten wohl einen Legaten dahin, um ihre Stelle zu vertreten, doch der Legat er⸗ ſetzte ſie, wie der Verwalter den Herrn, wie die Nacht den Tag erſetzt.

Avignon blieb indeſſen die vorzugsweiſe religiöſe Stadt, da man zur Zeit, wo dieſe Geſchichte beginnt, daſelbſt noch 109 Chorherren, 41 Beneſiciare, 350 Mönche und 350 Nonnen zählte, welche, nebſt mehreren unter⸗ geordneten, dem Dienſte der acht Kapitel beigegebenen Geiſtlichen eine Geſammtſumme von 900 für die Be⸗ dienung der Altäre beſtimmten Perſonen, das heißt den achtundzwanzigſten Theil der Bevölkerung, bildeten.

Dabei beſaß Avignon, nachdem es ſiebenmal ſieben Päpſte gehabt, welche ſiebenmal zehn Jahre regiert hatten, noch im Jahre 1727 ſiebenmal ſieben für die Schönheit, die Annehmlichkeit und die Moralität einer Stadt wichtige Dinge.

Es hatte ſieben Thore, ſieben Paläſte, ſieben Kirch⸗ ſpiele, ſieben Collegialkirchen, ſteben Hoſpitäler, ſieben Mannsklöſter und ſieben Nonnenklöſter.

Was den Reiz betrifft, der für Avignon aus der von ſeinem Geſchichtſchreiber Frangois Nouguier gerühmten Sanftheit ſeiner Bewohner entſpringt, ſo ſcheint uns dies weniger begründet als das Uebrige, und in dieſem Punkte müſſen wit dem Urtheile des na⸗ tionglen Schriftſtellers entgegentreten und ihn an die

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