Teil eines Werkes 
8. Bd. (1859)
Entstehung
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Eines Morgens erwachte ſie in Italien. In Mailand angekommen, führte ſie Müller in die Scala. Man ſpielte die Semiramide.-

„Sieh, das iſt Dein Kloſter,“ ſagte er, au das Theater deutend.

Dann zeigte er ihr Roſſini im Hintergrunde einer Loge und fügte hinzu:

„Sieh, das iſt Dein Gott.“

Vierzehn Tage ſpäter debutirte ſie in der Scala in der Rolle der Arſace in der Semiramide, und Roſſini erklärte ſie für die prima Prima⸗Donna Italiens.

Drei Monate ſpäter ſpielte ſie in Venedig die Donna del Lago und die jungen edeln Venetia⸗ ner veranſtalteten ihr auf dem großen Kanal un⸗ ter den Fenſtern ihres Palaſtes eine Serenade, von der noch alle Gondoliere ſprechen.

Während der beiden Jahre, die ſie in dem Lande der Melodie zugebracht, war ſie, wie unge⸗ ſehen, von Triumph zu Triumph geflogen; ſie hatte ſich zum Rang der diva erhoben; Roſſini hatte ſie geküßt, Bellini eine Oper für ſie geſchrieben, und Rußland, das ſchon zu jener Zeit uns die großen Künſtler zu entführen ſuchte, die wir verkennen oder ſchlecht bezahlen, machte Carmelite den An⸗ trag eines Engagements mit einer Gage, welche der Civilliſte eines königlichen Prinzen gleich kamen.

Palieniſche Marquis, deutſche Barone, ruſſi⸗ ſche Fürſten, kurz hundert Prätendenten hatten um ihre Hand geworben; aber dieſe Hand ſollte ewig den kalten Druck Colombaus fühlen.

Der Enthuſiasmus der Menge war deßhalb,