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Jahre zu leben hätten, ſo würde ich es der Vor⸗ ſehung überlaſſen, Ihr Gewiſſen aufzuklären; aber da Sie ſo nahe daran ſtehen, Ihre Seele in Got⸗ tes Hände zurückzugeben, ſo dürfen Sie nicht zö⸗ gern, ſie von aller Befleckung zu reinigen. Ich gebe zu, daß das Mittel, Ihre Sünden abzuwa⸗ ſchen, ein furchtbares iſt; aber Sie haben keine Wohl in den Mitteln und Sie müſſen das annehmen, na Ihnen als eine göttliche Gnade angeboten wird.“
„So ſoll alſo,“ murmelte die arme Prinzeſſin, „das durch meine Vergehen beſchmutzte Leben eines ehrenhaften Mannes mit rauher Hand gebrochen werden; und ein Diener Gottes räth mir dazu! O mein Gott, gib mir Klarheit und laß einen Deiner Lichtſtrahlen in dieſes Herz dringen, das ſo finſter wie ein Gefängniß iſt.“
„So ſei es,“ ſtotterte der Abbé.
„Herr Abbé,“ ſagte die Marſchallin in ent⸗ ſchiedenem Tone,„ſchwören Sie mir vor Gott, daß dieſe Sühne nöthig iſt.“
„Jeder Schwur iſt unerlaubt, meine Schweſter,“ ſagte der Geiſtliche ſtreng.
„So geben Sie mir Gründe zur Unterſtützung Ihres Rathes, Herr Abbs; geben Sie mir nur einen einzigen. Ich wünſche nichts mehr, als mich in Demuth zu unterwerfen; aber ich möchte wiſſen, warum ich es thue.“
„Das iſt eine Schwäche des Geiſtes und Stolz. Das Gerechte und Rechte wird nicht bewieſen, man es.“
„Eben, weil ich es nicht fühle, Herr Abbé, bitte


