Teil eines Werkes 
8. Bd. (1859)
Entstehung
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In dieſem Augenblicke meldete die Kammerfrau das Erſcheinen der Marquiſe de la Tournelle und des Abbé Bouquemont. Man ließ den Abbé ein⸗ treten, und während dieſes Zwiegeſprächs Jog ſich der Marſchall mit der Marquiſe in das Boudoir der Prinzeſſin zurück.

Wir kennen die Sünden der Marſchallin de Lamothe Houdan, wir werden ſie deßhalb nicht

wiederholen, indem wir die Beichte derſelben un⸗

ſern Leſern wieder vorlegen.

„Meine Schweſter,“ ſagte der Abbé Bouque⸗ mont, der während der Aufzählung der Fehle der Prinzeſſin die ganze Bedeutung der Miſſion, die ihm ene Coletti gegeben, erkannte, und ſah, welche Rache er an dem Grafen Rappt neh⸗ men konnte,„meine Schweſter, erkennen Sie die Größe Ihrer Sünde?“

„Ja,“ antwortete die Prinzeſſin.

„Haben Sie geſucht, Ihren Fehler wieder gut zu machen?“

„Auf welche Weiſe?“

„Durch Reue.“

„Das iſt viel, aber noch nicht genug, und es gibt noch wirkſamere Mittel.“

„Laſſen Sie mich ſie wiſſen.“

„Wenn ein Menſch geſtohlen hat,“ verſetzte der Abbé nach einigem Nachdenken,„glauben Sie, daß ſeine Reue dem Wiedererſatze des Geſtohlenen gleich komme?“

„Nein,“ antwortete die Marſchallin, ohne zu wiſſen, wo der Prieſter damit hinaus wollte.