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tuche läge. Es fehlte, um zu glauben, daß man eine Todte aufſuche, in dieſem Zimmer nichts mehr, als ein Prieſter, Kerzen und die ſilberne Vaſe, welche das Weihwaſſer enthielt.
Dieſer Anblick machte den Marſchall de La⸗ mothe Houdan zittern.
Er hatte viele Menſchen im Kriege ſterben ſehen. Der Anblick des Todes war durchaus nichts Neues für ihn; aber als ein tapferer Mann konnte er nicht begreifen, daß man dem Tode nicht wider⸗ ſehe daß man ſich nicht gegen ihn vertheidigte,
aß man ihn nicht wie einen Feind zurückjagte.
Dieſer ſtumme, ruhige Tod, ohne Proteſtation, ohne Widerſtand, ohne Empörung auf die eine oder andere Art, erfüllte ihn mit Staunen.
Er fühlte, wie ſeine Kniee wankten, als wäre er ein Kind von ein paar Monaten, das ein Ge⸗ wicht aufheben will; er näherte ſich reſpektvoll dem Bette der Kranken und ſagte mit ſeiner ſanfteſten Stimme zu ihr:
„Leiden Sie?“ 6
„Nein,“ ſagte die Prinzeſſin Rina, indem ſie dem Marſchall den Kopf zuwandte.
„Fühlen Sie ſich krank?“
„Nein,“ antwortete ſie noch einmal.
„Ich habe ſo eben den Arzt begegnet, der von Ihnen wegging,“ fuhr der Marſchall fort.
„Ja,“ machte der Kopf der Circaſſierin.
„Wünſchen Sie Etwas?“
„Was wünſchen Sie?“
„Einen Geiſtlichen.“
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