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zu; erklären Sie ſich deßhalb, mein Freund, und wenn Sie in dieſer Beziehung eine Bemerkung ge⸗ macht, ſo laſſen Sie mich die Sache wiſſen.“
„Marſchall,“ ſagte der Arzt,„ich habe keine einzelne Thatſache beobachtet, bemerkt, erkannt, welche dieſe Anſicht motiviren könnte; aber aus allen einzelnen Anzeichen geht für mich die An⸗ ſicht hervor, daß keine andere Urſache als der Schmerz die tödtliche Krankheit der Frau Mar⸗ ſchallin hervorgerufen haben kann.“
„Das iſt die Anſicht eines Weltmannes und Philoſophen, Doctor, aber ich verlange Ihre wiſ⸗ ſenſchaftliche Anſicht, Ihre Anſicht als Arzt.“
„Marſchall, ein wahrer Arzt iſt ein Philoſoph, der den Körper nur ſtudirt, um die Seele beſſer kennen zu lernen. Das Studium war in Be⸗ ziehung auf die Prinzeſſin ſehr ſiitet und an⸗ ſtrengend; aber das Reſultat iſt darum doch ſicher, und ſo wahr wir einander gegenüber ſtehen, ver⸗ ſichere ich, ſoweit ein Menſch etwas verſichern kann, ohne beſtimmtes Wiſſen auf die bloße Kunde von allgemeinen Thatſachen, verſichere ich Sie, daß ein tiefer, ſchwerer Kummer, eine furchtbare Kränkung die Frau Marſchallin in's Grab brin⸗ gen wird.“
„Ich verlange nicht weiter von Ihnen zu wiſſen, mein Freund,“ ſagte der Marſchall in bewegtem Tone, indem er dem alten Arzte beide Hände bot; „und wenn ich Sie fragte, ſo geſchah es weniger, um Ihre Anſicht, als um die meinige beſtätigt zu hören. Vor wenigen Jahren, mein Freund, kam mir der Gedanke bereits; und wenn ich ihn nicht


