Teil eines Werkes 
8. Bd. (1859)
Entstehung
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„Die Marſchallin hat einen Fehl begangen,“ ſagte der Prälat,„einen Fehl von ſolcher Schwere, daß, wenn ſie nicht hier auf Erden Vergebung von der Perſon erlangt, die ſie gekränkt, ſie vom Him⸗ mel wohl ſchwerlich Verzeihung erlangen wird; das iſt's, was ich ihr klar zu machen Sie beauf⸗ trage.“

„Ich müßte aber doch wiſſen, Monſeigneur, welcher Art dieſer Fehl geweſen, um ihr die Noth⸗ wendigkeit der Vergebung hier auf Erden zu be⸗ weiſen.“

. werden es wiſſen, wenn die Prinzeſſin es Ihnen geſagt.“

„Ich hätte gerne Zeit gehabt, meine Dilemmen vorzubereiten.“

„Nehmen Sie zum Beiſpiel eines jener ſchwe⸗ ren Vergehen an, zu deren Sühne nicht weniger, als das Wort Jeſu Chriſti noth wäre.“

„Eine Ehebrecherin?“ warf der Abbs ein.

„Bemerken Sie wohl, daß ich nichts Beſtimm⸗ tes ſage,“ machte der Italiener.„Aber im Falle, daß es ein Ehebruch wäre, glauben Sie wohl, daß die Gräfin ihre Verzeihung vom Himmel erlangen würde, wenn ſie nicht zuvor die ihres Gemahls

ätte?“

Unwillkürlich ſchauerte der Abbé; er erkannte von ungefähr den Zweck des Ztalieners, und ſo verdorben er auch war, dieſe florentiniſche Rache erſchreckte ihn doch.

Er hätte vielleicht das Gift der Medicis und der Borgia beſſer verſtanden und weige⸗ gefürchtet.

Aber ſo ungeheuerlich auch die Aufgabe war,