Teil eines Werkes 
8. Bd. (1859)
Entstehung
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Aber ſie antwortete nicht.

„Ja oder nein, Prinzeſſin,“ rief die Marquiſe auf's Höchſte gereizt,„nehmen Sie den Herrn Abbé als Beichtvater und Stellvertreter des Mon⸗ ſeigneur Coletti an?“

„Ja,“ murmelte die Prinzeſſin mit halb er⸗ ſtickter Stimme, und als wollte ſie ſagen:„Ich nehme Alles an, was Sie wollen, vorausgeſetzt, Sie beide gehen und mich in Frieden ſterben aſſen.“

Die Marquiſe ſtrahlte. Der Abbé Bouquemont glaubte, der Augenblick ſei gekommen, durch ein Wort die Aufmerkſamkeit auf ſich zu ziehen, welche die Prinzeſſin ſeiner Pantomime verſagke. Er be⸗ gann deßhalb eine ſalbungsvolle Homilie, der die Prinzeſſin geduldig von Anfang bis zu Ende zu⸗ hörte, wahrſcheinlich, weil ſie, horchend, ihn nicht hörte, da ſie, wie gewöhnlich, nur für den Leichen⸗ gang. den ſie im Innern ſang, Ohr hatte. Die Marquiſe de la Tournelle bekreuzte ſich demüthig, nachdem ſie Amen geſagt und einen Schritt nä⸗ trat, während der Abbé Bouquemont ſich zu⸗ rückzog.

„Ihr Schickſal,“ ſagte ſie, die Sterbende mit einem ſchiefen Blicke anſehend,„iſt von nun an in den Händen des Herrn Abbé. Wenn ich ſage, Ihr Schickſal, ſo verſtehe ich darunter auch das Ihrer Familie. Sie tragen den Namen eines Ge⸗ ſchlechtes, das ſeit Jahrhunderten ein Gegenſtand der Verehrung für jeden wahren Chriſten war. Es handelt ſich deßhalb darum— wir ſind alle Sterbliche!— mit religiöſem Sinne zu unterſuchen,