Teil eines Werkes 
8. Bd. (1859)
Entstehung
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empfangend, aber ſolchen auch nicht zurückgebend. Man hätte ſagen können, ſie ſehe nie unter ſich, noch um ſich, ſondern nur über ſich.

Ihre leiblichen Augen, wie ihre ſeeliſchen Blicke, das heißt ihre Gedanken ſchienen durch unendliche Räume in höhere Sphären zu tauchen. Wohin 6. ihren Blick heftete, ſo entfernt das Ziel für

ndere auch war, ſie ſchien doch Alles zu ſehen. Sie vergaß in ihrer Berechnung die Erde, ſie brei⸗ tete die Flügel aus und flog, Gott weiß wohin! höher als der Himmel, über die bekannte Welt hinaus!

Es war mit einem Worte die Frau gewordene Indolenz, Weichlichkeit, Träumerei, Beſchaulichkeit. Sie lebte in ihren Träumereien bis ſie ſtürbe, und ſie erwartete von Stunde zu Stunde darin zu ſterben. Nichts hielt ſie zurück und Alles rief ſie fort; Gott hätte ſie jeden Augenblick zu ſich rufen und ſie hätte dieſem Rufe jeden Augenblick folgen können, denn ſie war ſeit lange bereit, wie den Trapper in den Mohicanern Cooper's im Augen⸗ blick ſeines Todes, zu ſagen:„Hier bin ich, Herr! was willſt Du von mr⸗

Wenn ſich außerdem unſere Leſer erinnern wol⸗ len, daß dieſe junge, edle, ſchöne Fürſtin, welche von den alten Khans, das heißt von der älteſten Linie, äbſtammte, den Marſchall de Lamothe Hou⸗ dan beinahe ohne ihr Wiſſen, ohne daß man ſie auch nur im Mindeſten befragt, nur auf den Wil⸗ len des Kaiſers von Rußland und des Königs von Frankreich geheirathet, ſo werden ſie begreifen, daß der Muſchall de Lamothe Houdan, in der