Teil eines Werkes 
8. Bd. (1859)
Entstehung
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wie eitel der Zorn der Menſchen iſt; ich ſcheide, und ſcheidend vergebe ich ihm.“

„Heiliger Mann!“ murmelte die Marquiſe mit bewegter Stimme und finſtern Augen.

„Was ich Sie bitte,“ fuhr Monſeigneur Co⸗ letti fort,„iſt, daß Sie mir vor meinem Scheiden die Gewißheit geben, daß dieſe arme Seele in gu⸗ ten Händen iſt; mit andern Worten, ich erſuche Sie, ohne einen Moment zu verlieren, zur Mar⸗ ſchallin zu gehen und ihr an meiner Statt den ehrwürdigen Abbé Bouquemont als Beichtiger zu empfehlen. Ich werde die Ehre haben, ihn dieſen Abend zu ſehen und ihm in dieſer Richtung meine vertraulichen Inſtructionen zu geben.“

„Ehe eine Stunde vergeht, Monſeigneur,“ ſagte die Marquiſe,„wird der Abbé Bouquemont von der Prinzeſſin Rina als Beichtiger willkommen ge⸗ heißen ſein und ich würde eine Viertelſtunde ſagen, wenn ich nicht gerade in dieſem Augenblick den Beſuch des würdigen Abbé erwartete.“

Sie hatte kaum dieſe Worte ausgeſprochen, als eine Kammerfrau in das Boudoir trat und den Abbé Bouquemont meldete.

„Laſſen Sie den Herrn Abbs eintreten!“ ſagte die Marquiſe mit triumphirender Stimme.

Die Kammerfrau ging und kam einen Augen⸗ blick ſpäter gefolgt von dem Abbé Bouquemont wieder.

Man ſetzte ihn ſogleich von der Sachlage in Kenntniß: nämlich daß Monſeigneur das Lond verlaſſe und die Frau Marſchallin de Lamothe Houdan ſich dadurch ohne Beichtiger ſehe.